|
|
 |
 |
|
Die Atemwege
Zum besseren Verständnis kurz ein paar Worte zum Aufbau der Atemwege.
Das Atmungsorgan ähnelt in seinem Aufbau einem umgedrehten Baum mit zwei Kronen. Die Luftröhre entspricht dem Stamm, von dem die beiden großen
Hauptbronchien wie zwei dicke Äste in die rechte und linke Lunge abgehen. Sie verzweigen sich in immer kleinere Äste, die Bronchien bzw. Bronchiolen (kleinste Bronchien).Wie die Blätter des
Baumes enden die Bronchien als feinste Verzweigungen in den sogenannten Alveolen. Hier findet der Austausch der Gase (Sauerstoff und Kohlendioxid) zwischen Luft und Blut statt.
Vorzeichen des Asthmas erkennen Lernen Sie, eine vorübergehende Verschlechterung Ihres Zustandes
frühzeitig zu registrieren. Besonders hilfreich ist dabei die regelmäßige Messung des PeakFlows (siehe Kapitel 4.4). Bei Verschlechterung der
AtemflußWerte sollten Sie sofort die notwendigen Gegenmaßnahmen ergreifen und können so z.T das Eintreten einer akuten Notfallsituation
von vornherein vermeiden. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber. Asthma ist eine Erkrankung, die mit vorwiegend anfallsweise auftretender
Atemnot einhergeht. Die Symptome kennen Sie sicherlich aus dem eigenen Erleben Luftnot, Husten, Pfeifen oder ein Geräusch über der Lunge, das der
Arzt als "Giemen" bezeichnet. Ausgelöst wird diese Atemnot durch eine vorübergehende Verengung der Bronchien, die durch eine Überempfind-
lichkeit und Entzündung der Atemwege bedingt ist.
Was geschieht in den Bronchien?
Von einem bestimmten Grad der Verengung der Bronchien an beginnt man Atemnot zu spüren, die sich bei einem schweren AsthmaAnfall in relativ
kurzer Zeit bis zum Erstickungsgefühl steigern kann. Obwohl der Asthmatiker dabei das Gefühl hat, keine Luft mehr zu bekommen (also nicht richtig
einatmen zu können), ist in Wahrheit die Ausatmung gestört. Im Asthma- anfall bleibt bei der Ausatmung zuviel Luft in den Bronchien zurück. Da
man also die verbrauchte Luft nicht ganz los wird, kann man beim nächsten Einatmen nicht genügend frische Luft einziehen. Das empfindet man als Luftnot.
Die Verengung der Bronchien wird durch drei 3 Faktoren verursacht:
- Die Muskeln der Bronchien verkrampfen sich. Diese Verkrampfung nennt man Bronchospasmus.
- Die Schleimhaut, mit der die Bronchien innen bedeckt sind,
schwillt an und verdickt sich. Diese Reaktion kommt vor allem durch eine Entzündung zustande.
- Die entzündete Schleimhaut produziert besonders viel zähen
Schleim, der schlecht abgehustet werden kann. Dieser Schleim
kann die Bronchien teilweise oder vollständig verstopfen.
Ob nun der eine oder andere dieser Faktoren im Vordergrund steht, der
Effekt ist immer der gleiche: ATEMNOT.
Wo liegen die Ursachen?
Leider kann man diese Frage trotz allen medizinischen Fortschritts in der Medizin immer noch nicht erschöpfend beantworten. Wie bei den anderen
chronischen Erkrankungen stößt man bei der Erforschung der Ursachen meist auf ein Bündel von Faktoren, das gemeinsam die Basis für die Erkrankung bildet. Wesentliche Grundlage jeder
Asthmaerkrankung ist eine ständig vorhandene Überempfindlichkeit der Bronchien, das sogenannte hyperreagible Bronchialsystem. Nicht jeder mit einem überempfindlichen Bronchialsystem
muss Asthma bekommen aber: jeder, der Asthma hat, besitzt ein überem- pfindliches Bronchialsystem. Das kann sich z.B. darin äußern, dass kalte Luft,
Rauch, Staub oder Nebel die Atemwege heftig reizen. Erhöhte Reizbarkeit kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden.
Prinzipiell unterscheidet man drei verschiedene Asthmaformen, die aber alle eine Überempfindlichkeit des Bronchialsytems als gemeinsame Grundlage haben:
- - Allergisches Asthma entweder gegen ein einziges Allergen oder mehrere
verschiedene Allergene
- - Nicht allergisches Asthma beginnt meist mit einem Bronchialinfekt, der
eine Überempfindlichkeit der Bronchien nach sich zieht
- - "Mischform" aus allergischem und nichtallergischem Asthma
- Besonders im Kindesalter bedeutsam ist das Anstrengungsasthma, d.h.
die Auslösung anfallsartiger Atemnotbeschwerden durch körperliche Belastung.
- Das allergische Asthma tritt am häufigsten bei Kindern und jugendlichen
oder im jüngeren Erwachsenenalter auf. Ein Asthma, das nach dem 40. Lebensjahr zum ersten Mal auftritt, ist dagegen weniger häufig durch eine
Allergie bedingt. Hier können wiederholte Bronchialinfekte die Ursache sein, die die Schleimhaut der Atemwege derart schädigen, daß daraus
auch ohne akuten Infekt ein Dauerzustand erhöhter Reizbarkeit entsteht. Von der Reizbarkeit zur Verkrampfung der Bronchien, d.h. Asthma, ist es dann manchmal nur noch ein ku rze r Weg.
- Was sind die Auslöser?
- Eine Vielzahl von Auslösern kann bei Asthmatikern eine akute Verengung
der Bronchien und Atemnot auslösen.
- - Substanzen, die wir einatmen
(z.B. Allergene Gräserpollen, Schimmelsporen, Katzenhaare, Hausstaub, Farben, Sprays) - Nahrungsmittel
(eher selten lösen die Nahrungsmittel selbst eine allergische Reaktion aus) (z.B. Milchprodukte und Eier) Häufiger besteht eine Allergie gegen darin
enthaltene Konservierungstoffe (z.B. in Trockenobst, Dessertcreme, Salatdressing, Konserven) - Medikamente (z.B. bestimmte Schmerzmittel)
- Körperliche Belastungen
- Durch schnelles Atmen können körperliche Belastungen zu Atemnot führen
besonders, wenn die Luft trocken und kalt ist.
- Seelische Belastungen
- Vielleicht kennen Sie aus eigenem Erleben Situationen psychischer
Anspannung, wie z.B. Streß, Ärger und Hetze, bei denen Sie eine Verschlechterung Ihrer Atmung verspüren.
- Aber auch Angstgefühle, die im Alltag verdrängt werden, können aus dem
Unbewußten heraus auf Dauer einen negativen Einfluß auf die Gesundheit entfalten. Daher ist es wichtig für Sie, mit Konflikten bewußt umzugehen und
offen mit anderen Menschen darüber zu reden, sonst können auch Alltags- probleme die Krankheit verschlimmern.
- Keinesfalls sollte das Asthma selbst zu einer Quelle von Angst und
Unruhe werden, weil Sie sich vor wiederkehrenden Atemnotanfällen fürchten oder sich um Ihre Zukunft sorgen machen. Versuchen Sie, diese Angst zu überwinden, indem Sie Ihr Asthma
selbst kontrollieren.
- Genaue Kenntnisse der körperlichen Vorgänge und der Eigenheiten Ihrer
Erkrankung ebensowie die möglichen Gegenmaßnahmen und deren Anwendung sind die besten Hilfsmittel dazu.
- Auch starke Gefühlsregungen, wie Trauer, Wut oder Enttäuschung können Asthmabeschwerden
verstärken oder auch einmal einen akuten Asthma-
anfall auslösen. Diese Faktoren kann man natürlich nicht völlig ausschalten,
aber man kann lernen, Warnsignale zu erkennen und z.B. durch rechtzeitige Inhalation der von Ihrem Arzt zu diesem Zweck verordneten Medikamente Schlimmeres zu verhindern.
- Aber: Lassen Sie sich nicht einreden, Ihr Asthma habe rein psychische
Ursachen. Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, die dies belegt. Psychische Probleme stellen lediglich einen Verstärkungsfaktor für die Asthmasymptomatik dar, ebenso wie bei vielen
anderen chronischen Krankheiten.
- Das Wichtigste zum Thema Psyche und Asthma zum Schluß: Denken Sie
immer daran, daß Sie auch selbst an Ihrem Zustand arbeiten können. Positives Denken, Optimismus, Ausgeglichenheit und der Glaube an die
eigenen Kräfte können zu einer deutlichen Besserung führen. Daran sollten Sie sich selbst immer wieder erinnern.
zum Seitenanfang
|
|